Kritische Blicke auf die Coronakrise und ihre Folgen
Kritische Blicke auf die Coronakrise und ihre Folgen

Mortalität 1918/20

Niall P. A. S. Johnson, Juergen Mueller: Updating the Accounts: Global Mortality of the 1918-1920 „Spanish“ Influenza Pandemic, in: Bulletin of the History of Medicine 1 (2002) 76, S. 105-115.

 

 

Die Influenzapandemie von 1918-20 hat anerkanntermaßen im Allgemeinen in drei Wellen stattgefunden, beginnend im nördlichen Frühjahr und Sommer 1918. Dieses Muster aus drei Wellen war jedoch nicht universell: An einigen Orten scheint die Grippe 1920 angedauert zu haben oder zurückgekehrt zu sein. Die aufgezeichneten Statistiken über Grippemorbidität und -mortalität sind wahrscheinlich eine deutliche Untertreibung. Zu den Einschränkungen dieser Daten können Nichtregistrierung, fehlende Aufzeichnungen, Fehldiagnosen und nichtmedizinische Zertifizierung gehören, und sie können auch von Standort zu Standort sehr unterschiedlich sein. Weitere Forschungen haben dazu geführt, dass die geschätzte globale Mortalität der Pandemie, die nach einer Berechnung aus den 1920er Jahren bei etwa 21,5 Millionen lag, konsequent nach oben korrigiert wurde. In einem Papier aus dem Jahr 1991 wurde die Sterblichkeitsrate mit 24,7-39,3 Millionen angegeben. Dieses Papier lässt vermuten, dass es sich um eine Größenordnung von 50 Millionen handelte. Es muss jedoch eingeräumt werden, dass selbst diese enorme Zahl wesentlich niedriger sein kann als die tatsächliche Verluste und vielleicht sogar um 100 Prozent untertrieben ist.

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