Kritische Blicke auf die Coronakrise und ihre Folgen
Kritische Blicke auf die Coronakrise und ihre Folgen

Langfristige ökonomische Folgen

Artikel zu langfristig andauernden wirtschaftlichen Folgen von Pandemien.

Jordà Òscar, Sanjay R. Singh, Alan M. Taylor: Longer-Run Economic Consequences of Pandemics, in: Federal Reserve Bank of San Francisco Working Paper 2020-09 (Juni 2020).

 

 

Die Autor*innen fragen, wie sich größere Pandemien mittel- bis langfristig auf die Wirtschaftstätigkeit auswirken und ob die Auswirkungen im Einklang mit dem stehen, was die Wirtschaftstheorie voraussagt. Da es sich bei Pandemien um seltene Ereignisse handelt, sammelten die Autor*innen historische Beweise aus vielen Jahrhunderten. Sie haben die Renditen von Vermögenswerten anhand eines Datensatzes untersucht, der bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Dabei haben sie sich auf zwölf große Pandemien konzentriert, bei denen mehr als 100.000 Menschen starben. Darüber hinaus bezogen sie auch größere bewaffnete Konflikte mit ein, die eine ähnlich hohe Zahl von Todesopfern forderten. Erhebliche makroökonomische Nachwirkungen der Pandemien bestünden etwa 40 Jahre lang fort, wobei die realen Renditen erheblich gesunken seien. Im Gegensatz dazu stellen die Autor*innen fest, dass Kriege keine solchen Auswirkungen haben, ganz im Gegenteil. Dies steht im Einklang mit der Kapitalvernichtung, die in Kriegen, nicht aber in Pandemien auftritt. Bei der Verwendung von weiteren zerstreuten Daten, stellten sie fest, dass die Reallöhne nach Pandemien etwas erhöht waren. Den Autor*innen zufolge stehen die Ergebnisse im Einklang mit Pandemien, die einen Arbeitskräftemangel und/oder eine Verlagerung zu größeren vorsorglichen Einsparungen bewirken.

Link zum Artikel auf der Seite der Federal Reserve Bank San Francisco