Debatten & Kontroversen

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Giorgio Agamben’s Endzeitvisionen

Karl Heinz Roth: Im Bann des ‚Großen Lockdown‘: Giorgio Agamben‘s Endzeitvisionen, Bremen 2021.

Während des ersten Pandemiejahrs kam es auf dem Feld der politischen Philosophie zu erheblichen Turbulenzen. Dabei erregten vor allem die Stellungnahmen des italienischen Philosophen Giorgio Agamben Aufsehen.[1] Zu Beginn der ersten Pandemiewelle erklärte er unter Verweis auf ein Gutachten des Nationalen Forschungsrats Italiens, bei Covid-19 handle es sich um eine ‚erfundene Epidemie‘, da sich das tatsächliche Geschehen in nichts von der seit langem saisonal auftretenden Influenza unterscheide. Es handle sich somit um eine gezielte Panikmache der Behörden und Medien, die einen umfassenden Ausnahmezustand ansteuerten. Hinter den Beschränkungen der Bewegungsfreiheit und der normalen Lebens- und Arbeitsbedingungen mache sich der alte Traum der Tyrannen von einem verängstigten, gefügigen und uneingeschränkt manipulierbaren Volk bemerkbar. Weiterlesen

Volksglaube und Fake News

Übersetzung von:

Sergio Bologna: Credenze popolari e fake news, 2021.

Zurück ins Mittelalter. So definiert jemand die heutige Zeit, die von Überzeugungen bevölkert ist, die man früher „Volksglauben“ nannte, die über soziale Netzwerke und die vielen „Weisheitsquellen“ verbreitet werden, mit denen Gurus und Propheten unterschiedlichster Herkunft ihr Brot verdienen. Dass es sich bei Covid-19 um eine Grippe handelt, die sich nicht von den Grippewellen unterscheidet, die seit Jahrzehnten jedes Jahr auftreten, ist eben ein typischer „Volksglaube“ der heutigen Zeit. Weiterlesen

Interview mit João Pedro Stédile

Sergio Sauer: Interview with João Pedro Stédile, national leader of the MST – Brazil, in: The Journal of Peasant Studies 47 (2020) Nr. 5, S. 927-943, DOI: 10.1080/03066150.2020.1782892

Interview von Sergio Sauer mit João Pedro Stédile, einem nationalen Führer der MST in Brasilien (MST: Movimento dos Sem Terra, portugiesisch für: Bewegung der Landlosen). Weiterlesen

Oxfam-Ungleichheitsbericht

Oxfam Deutschland e.V. (Hg.): Das Ungleichheitsvirus. Wie die Corona-Pandemie soziale Ungleichheit verschärft und warum wir unsere Wirtschaft gerechter gestalten müssen, Berlin, Januar 2021.

Im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums veröffentlicht Oxfam den Bericht „Das Ungleichheitsvirus“. Der Bericht zeigt, wie die Corona-Pandemie soziale Ungleichheit verschärft und warum die Lösung in einem gerechten Wirtschaftssystem liegt.

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Seesener Appell

Die ver.di-Teamdelegierten der Askleipos-Klinik in Seesen positionieren sich gegen die rücksichtslose Gewinnmaximierung durch den kommerziellen Klinikkonzern Askleipos und streiten für eine möglichst gute Patientenversorgung. Von solidarischen, prominenten Erstunterstützer*innen befürwortet, suchen sie weitere Unterstützer*innen, die sich ihren Forderungen anschließen.

Link zum Appell als PDF-Datei

Kultur und Solidarität

Kultur und Solidarität sind Nahrung für Seele und Körper:

Plädoyer für ein menschenwürdiges Grundeinkommen – oder warum es in dieser globalen Pandemie keine Verlierer geben darf

von Konstantin Wecker

Von Anfang an hat Konstantin Wecker leidenschaftlich für globale Solidarität im Kampf gegen Covid-19 gestritten. Bis heute ist er der festen Überzeugung, dass es in dieser globalen Pandemie keine VerliererInnen geben darf.
Deshalb hat Konstantin Wecker ein aktuelles Plädoyer für ein menschenwürdiges Grundeinkommen und einen sofortigen Mietenstopp geschrieben und aufgenommen:

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Offener Brief an die Regierungsfraktionen

Keine Verwässerung der Gesetzesinitiative zur Fleischindustrie!

Am 29. Oktober sollte der Deutsche Bundestag in letzter Lesung den Entwurf der Bundesregierung für das Arbeitsschutzkontrollgesetz in der Fleischindustrie verabschieden. Auf Druck von Teilen der CDU/CSU wurde die Abstimmung nun verschoben. Die Gegner*innen des Gesetzesentwurfs wollen unter anderem das geplante Verbot von Leiharbeit verhindern.

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